Geschichte

Historischer Rückblick

Im Zuge der Säkularisation ...

... wurden in Bayern zahlreiche regionale Bibliotheken gegründet, wie z.B. im oberpfälzischen Amberg. So wurde ein Vorschlag der Landschaft der Provinz Neuburg von 1802 aufgegriffen, und am 28. April 1803 die damalige Provinzialbibliothek Neuburg als zentrale Bibliothek für Schulen und Verwaltung durch Kurfürst Max IV. Joseph gegründet.

Die Neuburger Buchbestände ...

... stammen größtenteils aus den Klöstern Kaisheim (Zisterzienser), Obermedlingen (Dominikaner), Maria Mödingen (Dominikanerinnen) sowie aus dem Jesuitenkolleg Neuburg und den Klöstern in Ober- und Niederaltaich, Pielenhofen, Dietramszell und Raitenhaslach. Hinzu kamen Bestände der ehemaligen Neuburger Hofbibliothek.

Besonders zahlreich sind Bestände aus den Fachgebieten Theologie, Allgemeine Geschichte, Kirchengeschichte, Historische Hilfswissenschaften sowie Geographie (insbesondere Reisebeschreibungen), Jurisprudenz, Philosophie, Philologie und Naturwissenschaften vertreten.

Darüber hinaus besitzt die Bibliothek 435 Inkunabeln (Drucke bis 1500) und als einen kostbaren Sonderbestand die Bibliothek des berühmten Augsburger Humanisten Hieronymus Wolf (1516 - 1580) mit 647 Bänden.

Unter diesen wertvollen Beständen befinden sich nicht wenige Drucke, die nur einmal in Deutschland vorhanden sind.

Die Staatliche Bibliothek dient heute ...

... als wissenschaftliche Bibliothek für wissenschaftliche Zwecke sowie der beruflichen Arbeit und Fortbildung und steht allen Interessenten aus Stadt und Region unentgeltlich zur Verfügung. In der Bibliothek nicht vorhandene Literatur wird über den Leihverkehr aus anderen Bibliotheken des In- und Auslands besorgt.

Gebäude & Einrichtung

1310

An der Stelle, an der sich heute die Bibliothek befindet, wurde in romanischer Zeit eine St.‑Martinskapelle erbaut. Sie wird im Jahre 1310 erstmals urkundlich erwähnt. Später wurde sie als Schranne und Apotheke genutzt. Seit dem Jahre 1644 war die St.-Martinskapelle Sitz der "Bruderschaft zur schmerzhaften Mutter Gottes unterm Kreuz".

1730

In den Jahren 1730/31 wurde nach Plänen von Franz Moritz von Loew der heutige Bau mit dem im Obergeschoß befindlichen Betsaal erstellt. Das Erdgeschoß, in dem sich heute der moderne Lesesaal befindet, wurde als Mesnerwohnung genutzt.

1804

Nach der Säkularisation wurde das Gebäude frei. Im Jahre 1804 wurde hier die neugegründete Bibliothek untergebracht.

Heute

Der gesamte Bestand an Büchern, Zeitschriften und sonstigem Sammelgut und die Regaleinrichtung sind Eigentum des Freistaates Bayern; das Gebäude selbst befindet sich im Eigentum der Stadt Neuburg.

Einen ausführlichen Beitrag über das Gebäude hat Wolfgang Kaps verfasst.

Kaps, Wolfgang (2014): Neuburg an der Donau: Von der Martinskapelle zur Provinzialbibliothek / Staatlichen Bibliothek.

Historischer Bibliothekssaal

In den Kongregationssaal wurden die wertvollen Bibliotheksregale des säkularisierten Zisterzienserklosters Kaisheim eingebaut. Sie waren mit Fuhrwerken über Donauwörth zur Donau und auf drei Schiffen nach Neuburg transportiert worden.

Bei der umfassenden Renovierung des Gebäudes und des Bibliotheksgestühls, welche die Stadt Neuburg in den Jahren 1975 ‑ 1984 mit staatlicher Unterstützung durchführte, konnte auch ein Teil der Deckenfresken freigelegt werden. Dieser Zyklus zeigt Szenen aus dem Leben des Hl. Martin.

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